V. ABSTRAKTE ZEICHNUNGEN von 1997 bis heute

 

 

 

 

 

 

MODERND LIEGEN DIE ALTEN BILDER

 

Modernd liegen die alten Bilder,

schrecken den Traum.

Der Weg zurück ist voll schwerer Erde,

unter die ich mich wartend grub.

Ich schmecke das wattige Holz auf der Zunge.

 

Das Schneckenhaus kreist

in der Spirale der Zeit

gleichförmig still

um seine Mitte.

Wenn die hellen Streifen

nebelgrau verlöschend

zur atmend durchscheinenden Scheibe werden,

begegne ich mir darin.

 

Ich grabe mich aus

und bin kühl wie Moos.

Kaum streift mich die Katze im Sprung.

Der Wolf geht an der Leine neben mir

und ist ganz still.

Ich fasse ins tiefe Greifblau des Himmels

und berge den Wind im Saum.

 

In meinen Träumen

stirbt der uralte Vogel,

versöhnt mit dem Rätsel.

 

                                                       © Ursula Sewing